Brauchen Asylsuchende für ein Praktikum eine Arbeitserlaubnis?

Asylsuchende mit einer Aufenthaltsgestattung oder einem Ankunftsnachweis müssen vor dem Praktikumsbeginn bei der Ausländerbehörde eine Arbeitserlaubnis beantragt.

a) Wenn es sich um ein Praktikum zur Orientierung auf eine Ausbildungs- oder Studienaufnahme von bis zu drei Monaten handelt, kann die Ausländerbehörde die Arbeitserlaubnis erteilen, wenn (§ 61 Asylgesetz; § 32 Abs. 4, Abs. 2 Nr. 1 Beschäftigungsverordnung; § 22 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 Mindestlohngesetz):

  • der Asylsuchende sich seit drei Monaten mit einem Ankunftsnachweis etc. in Deutschland aufhält
  • er die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen hat (spätestes nach 6 Monaten)
  • kein Arbeitsverbot besteht: Asylsuchende aus den sog. sicheren Herkunftsstaaten (vor allem den Westbalkanstaaten) dürfen nicht arbeiten, wenn der Asylantrag nach dem 31.08.2015 gestellt wurde.

b) Wenn es sich um ein Praktikum zur Orientierung auf eine Arbeitsaufnahme handelt, muss die Bundesagentur für Arbeit der Erteilung zustimmen (§ 61 Abs. 2 Asylgesetz). Vor der Zustimmung wird eine Arbeitsbedingungsprüfung durchgeführt, bei der insbesondere untersucht wird, ob der Mindestlohn von 8,84 € gezahlt werden soll (§ 39 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz; § 22 Abs. 1 S. 1 Mindestlohngesetz). Eine Vorrangprüfung findet in Niedersachsen nicht statt (§ 32 Abs. 5 Nr. 3 BeschV; Anlage zu § 32 BeschV).

Zu den Einzelheiten vgl. Arbeitshilfe zu Praktika: http://www.caritas-os.de/zbs-auf/zbs-auf

Stand: 23.01.2017

 

 



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